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Kommentar | 09.03.2018 (editiert am 14.03.2018)

Protektionisten und Nullsummenspieler

Die Rollen scheinen klar verteilt: Dort der böse Protektionist Trump, hier die guten Verteidiger des Freihandels. Doch so einfach ist es nicht. Die Verteidiger des Freihandels haben das Objekt ihrer Begierde nicht verstanden.

Nun sind sie wieder alle unterwegs: Die deutschen Freihandelsverteidiger, die – wie die Treiber auf der Jagd – den bösen Protektionisten Trump vor sich her treiben. Und ihr wichtigstes Argument: Trump versteht nicht, dass Handel kein Nullsummenspiel ist (hier zum Beispiel). Doch, liebe Freihandelsverteidiger, ihr liegt einfach falsch und die Gegenargumente sind gar nicht so schwer zu verstehen. All diejenigen beispielsweise, die den amerikanischen Protektionismus beklagen, ohne den deutschen Merkantilismus zu verurteilen, beweisen damit nur, dass sie das Prinzip des Freihandels nie verstanden haben.

Die Reihe der deutschen Freihandelsverteidiger ist schier endlos, weswegen es sinnvoll ist, noch einmal  zu erklären, warum ein freier Handel, der allen Ländern dienen und nutzen soll, weitgehend saldenlos sein muss, also weder große und andauernde Überschüsse noch entsprechende Defizite verträgt.

Keine Salden in der Freihandelstheorie

Betrachtet man die Wurzeln der Freihandelstheorie, dann war verständigen Betrachtern immer klar, dass große Salden hohes politisches Konfliktpotential mit sich bringen. Auch in einer makroökonomischen Betrachtung sind Salden sehr problematisch. [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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