Theorie | 21.03.2018 (editiert am 27.03.2018)

Sinn und die Verteilungsfrage – 1

Hans-Werner Sinn befasst sich in seinem gerade erschienenen Buch mit dem Problem der Einkommensungleichheit und zieht zur Erklärung die Grenzproduktivitätstheorie heran. Er zeigt dabei unfreiwillig die Unhaltbarkeit dieser Theorie auf.

Hans-Werner Sinn, früherer Präsident des Ifo-Instituts und jetzt im Ruhestand, ist zurück: Gerade ist seine Autobiografie „Auf der Suche nach der Wahrheit“ erschienen, aus dem die „Zeit“ vor wenigen Wochen einen gekürzten Vorabdruck veröffentlicht hat (hier). In diesem Auszug aus seinem Buch geht es um die Verteilungsfrage, mit der sich Sinn nach eigenen Angaben zeitlebens immer wieder beschäftigt hat.

Sinn berichtet hier, dass er als linksorientierter Student der Marktwirtschaft und der mit ihr verbundenen Einkommensungleichheit zunächst sehr kritisch gegenüberstand. Für ihn sei es in dieser Zeit klar gewesen, dass die Politik die Einkommen umverteilen müsse. Heute denke er, dass bei ihm und den anderen Linken auch „verkappter Neid“ im Spiel gewesen sei, wenn sie über Gerechtigkeit gesprochen hätten.

Tatsächlich gehe es auf den Märkten gar nicht um Gerechtigkeit, sondern „darum, dass funktionierende Märkte als wirtschaftlicher Koordinationsmechanismus einer Gesellschaft ihr größtmögliches Sozialprodukt ermöglichen“. Zwar spricht sich Sinn bezüglich der Einkommensverteilung für vorsichtige und marktgerechte Eingriffe aus, aber man dürfe die Umverteilung keinesfalls zu weit treiben, [...]

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