John Bates Clark
Theorie | 27.03.2018

Sinn und die Verteilungsfrage – 2

In seinen Ausführungen zur Verteilungsfrage beruft sich Hans-Werner Sinn explizit auf J. B. Clark, einen der Begründer der Grenzproduktivitätstheorie der Verteilung. Allerdings haben sich dessen Vorstellungen als unhaltbar erwiesen.

Nach der Grenzproduktivitätstheorie der Arbeit erfolgt – wie in Teil 1 dieses Beitrags dargestellt – die Entlohnung aller Arbeitnehmer entsprechend dem Grenzertrag des zuletzt eingestellten Arbeitnehmers (im Gleichgewicht). Daran anknüpfend entstand in der Neoklassik die Grenzproduktivitätstheorie der Verteilung des Einkommens, die allgemein eine Entlohnung der Produktionsfaktoren gemäß ihrem jeweiligen Grenzprodukt behauptet.

Die Grenzproduktivitätstheorie der Verteilung

Weil alle Arbeitnehmer vor dem als letztes eingestellten „Grenzarbeitnehmer“ einen Ertrag liefern, der höher ist als das Grenzprodukt der Arbeit, ergibt sich ein Wert der Produktion, der über den Lohnkosten liegt. Dieser Überschuss des Produktionswertes über die Lohnkosten steht dann für die Entlohnung der anderen Produktionsfaktoren bereit.[1]

Zur Bestimmung der Verteilung verwendet die neoklassische Makroökonomie eine sogenannte aggregierte Produktionsfunktion[2] mit den Inputfaktoren volkswirtschaftliche Arbeit und volkswirtschaftliche Kapitalgüter. Nach der Grenzproduktivitätstheorie der Verteilung werden dabei sowohl Arbeit als auch Kapital nach ihrer jeweiligen Grenzproduktivität entlohnt, wobei bei steigendem Einsatz des jeweiligen Faktors der Grenzertrag abnimmt. [...]

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