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Genial daneben | 12.03.2018 (editiert am 14.03.2018)

Sozialistische Umtriebe in der EZB!

Es gäbe so viele Welten, wie es Theorien gibt, erzählen uns Konstruktivisten. Kein Wunder also, dass ein Hayekianer uns über seltsame Welten zu berichten weiß.

„Solange die Wirtschaft in Europa nachhaltig gewachsen ist, hat fast jeder profitiert. Die Löhne sind gestiegen, die Sozialsysteme wurden ausgebaut […] Da wir heute nicht mehr wachsen oder sogar schrumpfen, entstehen Verteilungskonflikte. Prekäre Beschäftigungsverhältnisse nehmen immer mehr zu.“

Diese Sätze äußerte Gunther Schnabl, Professor am Institut für Wirtschaftspolitik der Universität Leipzig, in einem Interview mit der NZZ. Da sie die Realität korrekt beschreiben, finden sich ähnliche Sätze auch in einer Vielzahl von Makroskop-Artikeln.

Wir meinen bekanntlich, die von Schnabl genannten Probleme auf eine von einem naiven Glauben an die Fähigkeiten des Marktes geleitete Politik zurückführen zu können: auf den Rückbau der Sozialsysteme, die Deregulierung von Arbeitsregimen, eine an der Schwarzen Null orientierte Fiskalpolitik und eine hinter den Produktivitätsfortschritten bleibenden Lohnstückkostensteigerung.

Das Interview mit Schnabl belegt, dass eine gemeinsame Problembeschreibung durchaus mit Ursachenanalysen kompatibel ist, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Wir leben also ganz offensichtlich in vollkommen unterschiedlichen Welten. Betrachten wir uns seine aus der Nähe.

Willkommen in der Welt der Zombies

Schnabl wähnt sich in einer Welt, [...]

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