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Theorie | 22.03.2018 (editiert am 09.04.2018)

Steuerfinanzierung von Staatsausgaben: Ein notwendiger Mythos?

Der Mythos, Staatsausgaben seien über Steuern zu finanzieren, müsse aufrechterhalten werden, um das Vertrauen in die Werthaltigkeit des Geldes zu erhalten, meint Martin Höpner. Doch dieser Mythos ist gefährlich. Er untergräbt unweigerlich das Fundament unserer Geldwirtschaft und Zivilisation.

Martin Höpner setzt sich in seinem – wie immer hervorragend argumentierten und elegant geschriebenen – letzten Beitrag kritisch mit der Modern Monetary Theory (MMT) auseinander.

Kurz, knapp und korrekt charakterisiert er zunächst die vier Grundpfeiler der Theorie und gesteht zu, dass die MMT eine weitgehend zutreffende Beschreibung der Funktionsweise moderner Geld-und Finanzsysteme bietet. Aus dieser Beschreibung aber folgt, dass ein Staat für die Finanzierung seiner Ausgaben keine Steuereinnahmen benötigt.

Der Mythos als Folge unserer Alltagserfahrungen

Nun haben wir als Mitglieder einer Geldwirtschaft alle einen Sozialisationsprozess durchlaufen, der uns in den Umgang mit Geld eingeführt hat. Wir wissen, dass wir nur dann auf Einkaufstour gehen können, wenn wir zunächst eine Leistung erbracht haben, die ein Dritter mit einem bestimmten Geldbetrag honoriert hat. Freilich kann man auch von jemandem etwas geschenkt bekommen oder aber es einem Dritten geraubt oder gestohlen haben. Aber irgendjemand muss auch in diesen Fällen vorab eine bezahlte Leistung erbracht haben. [...]

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