Bild: istock.com/BengtHultqvist

Warum kopiert Schweden das deutsche Lohnmodell?

Die goldene Regel heißt, dass die Löhne im Einklang mit dem Produktivitätswachstum und dem Inflationsziel steigen sollen. Warum folgt ein Land wie Schweden dieser einfachen und klaren Regel nicht, obwohl es nicht Mitglied der Euro-Zone ist?

Eine Erklärung für die Tatsache, dass in Schweden die Lohnpolitik sklavisch dem deutschen „Vorbild“ folgt, findet sich in den Finanzierungssalden der Wirtschaftssektoren des skandinavischen Landes (Abbildung 1). Sowohl Schweden als auch Deutschland sind in hohem Maße auf ihren Leistungsbilanzüberschuss angewiesen. Angesichts der hohen Sparquote der privaten Haushalte und der nur leicht negativen Unternehmensbilanz, sollte die schwedische Regierung eigentlich ein Haushaltsdefizit fahren, um so das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Aber wie in Deutschland versucht die schwedische Regierung ebenfalls, keine roten Zahlen zu schreiben – was nur möglich ist, wenn der Rest der Welt dauerhaft ein Leistungsbilanzdefizit hinnimmt.

Abbildung 1

Ohne diese merkantilistische Politik müsste auch in Schweden der Staat eingreifen und investieren. Doch das lehnt man wie in Deutschland aus ideologischen Gründen ab, obwohl die Zinsen auch dort historisch niedrig sind und öffentliche Investitionen nicht einmal etwas kosten würden.

Leider wird auch in Schweden die Diskussion darüber in der Politik so weit wie möglich vermieden (siehe hier). [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

Anmelden