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MMT: Theorie mit Sprengstoff | 15.03.2018 (editiert am 19.04.2019)

Wirtschaftspolitik und die Modern Monetary Theory – 3

Steuern dienen zwar nicht der Finanzierung staatlicher Ausgaben, sind aber dennoch unabdingbar, um diese tätigen zu können. Diese funktionalen Zusammenhänge erlauben es einem Staat, die Gesamtnachfrage auf das Ziel einer inflationsstabilen Vollbeschäftigung hin zu steuern.

In diesem dritten und letzten Teil meiner Kontroverse mit Jared Bernstein, einem typischen Vertreter eines „progressiven“ Ökonomen, werde ich auf seine zwei zentralen Thesen eingehen:

  1. Ein Staat muss um die Bereitstellung öffentliche Güter „bezahlen zu können“, auf lange Sicht entsprechend hohe Einnahmen generieren.
  2. Eine kluge und nachhaltige Politik erfordert, dass die zyklisch schwankenden staatlichen Finanzierungssalden auf lange Sicht und bei Vollbeschäftigung sich zu 0 addieren.

Für Bernstein steht fest, dass „es angesichts unserer alternden Bevölkerung etwa 3 % mehr vom BIP braucht, um den Verpflichtungen gegenüber der Sozialversicherung und Medicare/Medicaid bis 2035 nachkommen zu können“.

Der Einwand der MMTler, dass solche Überlegungen müßig seien, da man – so lange „das Produktionspotential einer Volkswirtschaft noch nicht ausgeschöpft ist – Geld zur Finanzierung dieser Ausgaben „drucken“ könne, sei ihm bekannt. Es sei sicherlich falsch, Wirtschaftspolitik auf Basis der Annahme von gegebener Vollbeschäftigung zu betreiben. Nur gelte das ebenso für die Annahme einer ständigen Unterauslastung, [...]

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