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Genial daneben | 19.04.2018 (editiert am 20.04.2018)

Alice in Wonderland

Die meisten Ökonomen glauben, deutsche Exportüberschüsse würden durch Ersparnisse der Bürger des Überschusslandes finanziert. Alice Weidel bringt nun eine weitere interessante These in Umlauf: Die Deutsche Bundesbank wird zur Bezahlung der deutschen Exporte einfach von der EZB angewiesen!

Die mit dem Nimbus einer – freilich kaum mehr als ein Jahr dauernden – Tätigkeit in der „Vermögensverwaltung“ bei Goldman Sachs und mit einem volkswirtschaftlichen Doktortitel ausgestattete „Finanzexpertin“, erklärt ihren Zuhörern hier im Stile einer Büttenrednerin allen Ernstes, mit Hilfe des Target2-Systems sei es Euro-Ausländern möglich, Waren deutscher Unternehmen kostenlos zu beziehen. Wie ein Ladenbesitzer, der morgens seinen Kunden Bargeld austeile, um sich abends über seine Umsätze zu freuen, finanziere Deutschland seine Exporte ins Euro-Ausland selbst.

Dass dieses „Grundprinzip“ des Eurosystem nicht gesehen wird, liegt daran, dass z.B. ein griechischer Importeuer nicht bar bezahlt, sondern der Zahlungsverkehr über das „Europäische System der Zentralbanken“ abgewickelt wird. Nachdem sie ihren Zuhörern diese intellektuell bahnbrechende Erkenntnis vermittelt hat, verrät sie, dass Notenbanken sich beim Zahlungsverkehr nichts überweisen, sondern man eher davon sprechen müsse, dass Notenbanken zu „Zahlungen angewiesen“ werden.

Wie nun muss man sich diesen Anweisungsprozess im Eurosystem genau vorstellen, der dazu führt, dass die Griechen, ohne dass wir es merken, [...]

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