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Arbeit | 06.04.2018 (editiert am 25.04.2018)

Der Preis der Digitalisierung

Mit der Digitalisierung konzentriert sich die Marktmacht zunehmend auf einzelne Anbieter. Doch wenn diese alleine über die Bedingungen bestimmen dürfen, unter denen Kunden, Angestellte und angeschlossene Industriezweige agieren, wäre das fatal.

„Digital first, Bedenken second?“ Dieser Titel, der einem Wahlwerbespruch der FDP entnommen ist, leitet Steffen Stierles Kritik der Digitalisierung auf Makroskop ein. Stierles Punkt: bei der Digitalisierung handelt es sich im Kern nicht um eine technologische Entwicklung, die vorangetrieben, sondern um eine gesellschaftliche, die politisch gestaltet werden muss.

Dass es sich die FDP mit dieser Plattitüde viel zu einfach macht und Bedenken durchaus angebracht sind, zeigt indes auch die Musikindustrie. Anfang der 2000er Jahre war der Gesetzgeber mit der Einschränkung von Raubkopien und Internettauschbörsen heillos überfordert, während Künstler und kleine Musiklabels, als unterste Glieder der Kette darunter litten.

Die Tonträgerindustrie ist heute durch ein hohes Maß an Unternehmenskonzentration geprägt, bei der wenige Konzerne den Großteil des Umsatzes generieren. Typische Folgen solcher Strukturen sind überhöhte Preise für die Endkunden, eine hohe Marktmacht gegenüber weiteren Beteiligten im Wertschöpfungsprozess – insbesondere den Künstlern – und schließlich die Abschottung des Marktes vor potentiellen Mitbewerbern. Das Online-Geschäft in Form von Download- und Streaming-Angeboten konzentriert sich ebenfalls auf nur noch drei Unternehmen – Amazon, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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