Bild: istock.com/G0d4ather
Konjunktur | 17.04.2018

Die deutsche und europäische Konjunktur im Spätwinter des Jahres 2018 – 2

Im zweiten Monat dieses Jahres scheint sich auch in Europa insgesamt der konjunkturelle Rückschlag fortgesetzt zu haben. Die Industrieproduktion, die den Aufschwung bisher vorantrieb, ist ins Stocken gekommen.

Der konjunkturelle Rückschlag, den wir in den vergangenen Monaten schon der externen Stärke des Euro im vergangenen Jahr zugerechnet haben, ist auch im Februar deutlich sichtbar gewesen. Die Industrieproduktion in Deutschland war, wie in Teil 1 gezeigt, deutlich rückläufig und für die EWU ohne Deutschland gab es nur einen ganz leichten Anstieg nach dem starken Rückgang im Januar (Abbildung 1). Aber auch in Großbritannien ist die Entwicklung schwach, obwohl das Pfund auch gegenüber dem Euro abgewertet hat.

Abbildung 1

In den Kernländern gab es im Februar einen leichten Anstieg in Frankreich, aber einen weiteren Rückgang für Italien (Abbildung 2). Für Italien wäre es wirklich tragisch, wenn die leichte Erholung schon wieder zu Ende wäre.

Abbildung 2

In den drei Ländern Südeuropas gab es nur in Spanien einen leichten Anstieg, in Griechenland und Portugal sank die Produktion (Abbildung 3). Dennoch scheint sich auch hier trotz der erheblichen Schwankungen der Eindruck zu verfestigen, dass jedenfalls von einer weiteren Belebung nicht mehr die Rede sein kann. In allen drei Ländern ist zudem das Niveau noch immer sehr niedrig.

Abbildung 3

Das Gleiche gilt für die drei mittleren nördlichen Länder der Abbildung 4. Obwohl es in den Niederlanden zuletzt noch einen Anstieg gab, kommt man nicht umhin, über einige Monate hinweg eine Abschwächung zu konstatieren, wenn auch bei Österreich und Belgien der letzte Wert fehlt.

Abbildung 4

Auch in Nordeuropa ging es zuletzt nicht mehr weiter aufwärts, wenngleich dort einige Länder vor der Jahreswende einen deutlichen Aufschwung erlebt hatten (Abbildung 5). Insbesondere Finnland war seiner jahrelangen Stagnations- und Rezessionsphase entkommen. Gleichwohl liegt das Niveau der Produktion noch immer nicht klar über dem Niveau von 2011.

Abbildung 5

Auch in Estland und Litauen war die industrielle Entwicklung im Februar rückläufig, nur Lettland verzeichnete noch einmal einen Anstieg (Abbildung 6). Diese Länder haben immerhin in den letzten beiden Jahren im Zuge der Euroabwertung einen erheblichen Anstieg des Produktionsniveaus erlebt.

Abbildung 6

Auch in den übrigen mittel- und osteuropäischen Staaten macht sich die allgemeine Flaute bemerkbar (Abbildungen 7 und 8). Außer Slowenien und Polen haben alle mit einer Abschwächung zu kämpfen. Es ist genau diese relativ große Einförmigkeit, die vermuten lässt, dass es einen Faktor gibt, der auf die meisten Länder in gleicher Weise einwirkt. Nach Lage der Dinge ist das der Eurokurs, da ja auch die meisten der Länder, die den Euro noch nicht eingeführt haben, einen festen Wechselkurs zum Euro durchhalten.

Abbildung 7
Abbildung 8

Lesen Sie im dritten Teil wie sich die übrigen Indikatoren entwickeln und wie die Wirtschaftspolitik auf die Abschwächung reagieren sollte.

Weitere Teile dieser Serie

Anmelden