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Theorie | 13.04.2018

Freihandelstheorie: Vollends statische Welt

Die Annahmen, die zutreffen müssen, damit Spezialisierung und „Freihandel“ vorteilhaft für alle Beteiligten werden, sind wahrhaft heroisch: Keinerlei internationale Kapitalmobilität, keine Arbeitslosigkeit, perfekte Wechselkursanpassungen, ein allgemeines Gleichgewicht – ferner von der Realität geht nicht.

Wo es keine Kapitalmobilität gibt, gibt es keine Direktinvestitionen. Dieser einfachen Kausalität kann man sich zwar entziehen, indem man einfach perfekt funktionierende Märkte annimmt, die es zwar nicht gibt, die aber Direktinvestitionen überflüssig machen. Jedoch richten Unternehmen ihre Produktion gerade nicht nach den relativen Preisen von Arbeit und Kapital aus, sondern kombinieren produktives Kapital mit niedrigen Löhnen. Das wiederum hat weitreichende Implikationen für die Theorie des Freihandels.

Das Problem der Direktinvestitionen

Vor allem in den letzten 30-40 Jahren hat die Bedeutung der Direktinvestitionen für die globalen Handelsströme zugenommen. Der Handel in Intermediaries, also der Komponenten, die für ein finales Produkt benötigt werden, ist deutlich stärker gestiegen als der Handel mit fertiggestellten Gütern, was sich in einer stark fragmentierten internationalen Wertschöpfungskette widerspiegelt.

Vor allem in kapitalintensiven Industriesektoren wird diese Wertschöpfungskette durch Direktinvestitionen regelrecht konstruiert, wobei es einige wenige Konzerne sind, die den Großteil der Investitionen tätigen (in weniger kapitalintensiven Industrien geht vieles über sog. Contractors, sprich Subunternehmen). [...]

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