Bild: Bundesarchiv / Schaack, Lothar / CC BY-SA 3.0 de, Link
Linke Strategiedebatte | 16.05.2018

Bobos in Crisis

Der „Dritte Weg“ basiert auf einem Mix aus Neoklassik und Neomarxismus, der weit hinter den Erkenntnisstand von Keynes „General Theory“ zurückfällt, aber das nicht wissen kann, weil er wähnt, über Keynes längst hinaus zu sein.

Die Untersuchung „Bobos in Paradise“ des amerikanischen Publizisten David Brooks[1] ist eine vieldiskutierte Beschreibung der New Upper Class in den USA.

Brooks meint mit den Bobos die neue Bohème-Bourgeoisie (im Original „Bourgeois Bohemians“), die sich nach der kulturellen Gegenrevolution 1968 herausgebildet und seit den 90er-Jahren die ökonomischen und politischen Eliten in den USA beeinflusst hat. Sebastian Herkommer hat die Unterschiede zwischen der traditionellen Upper Class in den USA und der neuen kulturell und sozialstrukturell gewandelten „sanften Elite“ anhand einer vergleichenden Interpretation von C. Wright Mills „The Power Elite“ von 1956 und David Brooks “Bobos in Paradise“ von 2000 aufzuzeigen versucht.[2]

Einige Kennzeichen der bohemehaften Gegenkultur der neuen politischen und ökonomischen Eliten treffen auch auf Deutschland zu, mit der wichtigen Einschränkung, dass der Wandel innerhalb der ökonomischen und politischen Eliten hier weniger für die kapitalistische Eigentümer- und Managerklasse, sondern viel stärker für die politischen Eliten aus Parteien, politischer Administration und Publizistik gilt. In einer klassentheoretisch geprägten Sprache handelt es sich daher eher um einen Wandel innerhalb der modernen Mittelklasse. [...]

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