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Genial daneben | 15.05.2018 (editiert am 16.05.2018)

Die Demographie und die Zinsen

Fast immer, wenn die herrschende Meinung in der Volkswirtschaftslehre etwas partout nicht verstehen kann, bringt sie die Demographie ins Spiel. Aber das ist, und das kann man ohne Übertreibung pauschal sagen, in der Regel falsch.

Welch eine Entdeckung! Der „Finanzexperte“ der FAZ, Gerald Braunberger, berichtet, dass die „Analysten“ des Bankhauses Metzler im globalen Maßstab einen engen Zusammenhang zwischen der Demographie, also der Alterung der Bevölkerung, und dem Zinsniveau gefunden haben (hier). Und der FAZ-Mann präsentiert sogleich einen beeindruckenden Befund:

 In Japan und in Deutschland liegt die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen um oder leicht über null Prozent. In Indien beträgt die Rendite rund 8 Prozent, in Nigeria fast 14 Prozent. Für diese Renditeunterschiede mag es unterschiedliche Gründe geben, aber es fällt auf, dass die Renditen umso niedriger liegen, je höher das Durchschnittsalter der Bevölkerung ist. In den Niedrigzinsländern Deutschland und Japan liegt es zwischen 45 und 50 Jahren. Im Hochzinsland Nigeria liegt das Durchschnittsalter unter 20 Jahren.“

Das ist wirklich auffallend! Nigeria erreicht anscheinend unglaubliche Wachstumsraten, die es dem Land erlauben, 14 Prozent Rendite auf Staatsanleihen zu zahlen. Wie machen die das? Wo wir doch bisher glaubten, [...]

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