Ulrike Guérot, Bild: Heinrich-Böll-Stiftung via flickr / CC BY-SA 2.0
Aufgelesen | 25.05.2018 (editiert am 28.05.2018)

Die europäische Republik als Ausweg aus dem Bürgerkrieg?

Als Lösung der Krise(n) in der EU plädiert Ulrike Guérot für die Flucht nach vorn: Die Gründung einer europäischen Republik. Wie viel darf man sich von ihren Vorschlägen versprechen? ‒ Eine Buchbesprechung.

In einer Krise der Repräsentation lösen sich die politischen Körper in bloße Ansammlungen konkurrierender Mengen von Bürgern auf, so ist in Der neue Bürgerkrieg, dem aktuellsten Buch von Ulrike Guérot, zu lesen.[i] Der Titel ist also Programm: ein Europa im Bürgerkrieg – ganz im Sinne des italienischen Philosophen Giorgio Agambens, der den modernen Menschen gar in einen Weltbürgerkrieg verwickelt sieht. Nur in der Schaffung eines neuen legitimen politischen Körpers auf europäischer Ebene kann für Guérot die Antwort auf diese Auflösungserscheinungen liegen.

Guérot ist kein unbeschriebenes Blatt. Als Stipendiatin der Adenauer-Stiftung hat sie Politikwissenschaften studiert, war in den 1990er Jahren zunächst im Büro von Karl Lamers und später als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Jacques Delors tätig. Heute, nach zahlreichen Stationen an Universitäten und Think Tanks im In- und Ausland, ist sie Professorin für Europapolitik und Demokratieforschung an der Donau-Universität Krems in der Nähe von Wien. 2014 gründete sie das European Democracy Lab in Berlin.

Die europäische Krise und ihre Ursachen

Der neue Bürgerkrieg gliedert sich in drei Teile. [...]

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