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Italien | 29.05.2018

Italienische Schauermärchen im deutschen Blätterwald

Die deutschen Reaktionen auf die Pläne der gescheiterten Koalitionäre in Italien sind Zeugnis für den Zustand Europas. Willkommen zur Märchenstunde in den deutschen Kommentarspalten und Kolumnen!

Bis heute stand die drohende Koalition aus Cinque Stelle und Lega unter dem Dauerbeschuss deutscher Politiker und Leitartikler. Die forderten die Italiener auf, „nicht den Pfad der Vernunft“ zu verlassen und sich an die Regeln der Währungsunion zu halten. Indirekt galten diese Worte natürlich auch dem Staatspräsidenten Sergio Mattarella. Und der ließ sich weichklopfen. Das Veto des „Unbeugsamen“ (Spiegel) hat die „populistische Bedrohung“ vorerst abgewendet.

Ganz vorneweg Jan Fleischhauer, der den „Schnorrern von Rom“ ein dolce far niente („das süße Nichtstun“) vorwirft und damit einmal mehr das Stereotyp vom „faulen Südländer“ bemüht. Alles schon einmal gehört, denken Sie? Aber sicher! Auch als es Yannis Varoufakis als Finanzminister der „Pleitegriechen“ wagte, der Austerität in Europa eine Alternative entgegenzusetzen, reagierte der überwiegende Teil der deutschen Medien mit den immer gleichen faulen „Argumenten“.

Man muss kein Medienwissenschaftler sein, um zu merken, dass Deutschlands Verantwortung für die Krise in der Berichterstattung kaum eine Rolle spielt. Am Beispiel der Süddeutschen Zeitung lässt sich exemplarisch zeigen, [...]

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