Genial daneben | 09.05.2018 (editiert am 13.05.2018)

Lars – Allein zu Haus

Deutschland ist gut, einerseits: Es hilft freigiebig Ländern in Not und liefert ihnen Qualitätsprodukte. Deutschland ist nicht gut, andererseits: Es schickt seine Ersparnisse massenhaft ins jüngere und wirtschaftlich dynamischere Ausland. Eine Einführung in Dialektik von und mit Lars Feld.

Lars Feld ist zwar Saarländer, aber, so die NZZ, der „Schweiz zugewandt“. Feld war nämlich wissenschaftlicher Mitarbeiter in St. Gallen, hat ein Forschungsstipendium des Schweizerischen Nationalfonds erhalten und ist sogar seit November Ehrendoktor der Universität Luzern. Kein Wunder, dass er typische Schweizer Erfindungen wie Steuerwettbewerb und Schuldenbremsen liebt.

Liebe, sagt man, mache blind. Ist das vielleicht der Grund dafür, dass der „Wirtschaftsweise“ Feld meint, dass es sich bei der Rede vom deutschen Spardiktat um einen Mythos handele? Aber nein doch, man müsse, so Feld, nur hinschauen. Dann sehe man sofort, dass Deutschland in den Ländern, die selbstverschuldet in Not geraten waren, „mit bilateralen Krediten und anschließend über die europäischen Rettungsfonds dafür gesorgt“, hätte, dass „essenzielle öffentliche Funktionen aufrechterhalten“ werden konnten.

Das ist zwar extrem nett von Deutschland gewesen, hat aber nach seiner Meinung leider die „eigentlich nötigen Sparanstrengungen gemindert“. So genannte Programmländer, wie etwa Portugal, Spanien oder Griechenland, wurden also in seiner Welt nicht etwa gezwungen,

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