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Kommentar | 28.05.2018 (editiert am 04.06.2018)

Marcel Fratzschers Versuch, das Italien-Bashing zu mildern

Schuld an der Misere in Italien sei nicht Europa, sondern die einheimische Politik, meint Marcel Fratzscher. Warum sind immer nur die üblichen Allgemeinplätze von Reformen, Bankenstabilisierung und solider Finanzpolitik zu hören?

Die wirtschaftspolitischen Ankündigungen aus Italien im Zusammenhang mit der dortigen Regierungsbildung beschäftigen die deutschen Medien. Für eine klärende Bewertung der Lage werden deutsche Topökonomen befragt. Der Deutschlandfunk beispielsweise sendete ein Interview mit dem Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, Marcel Fratzscher. Darin fordert der Ökonom, Italien müsse Reformen machen, Schuld an der Misere in Italien sei nicht Europa, sondern die einheimische Politik, insbesondere „schreckliche Institutionen“. Immerhin sagt er aber auch, Europa könne Italien helfen. Dass das auch aus deutscher Sicht notwendig ist, begründet Fratzscher so:

„Wenn Italien in Schieflage kommt, dann ist das auch ein Problem für Deutschland … Das ist schon eine gemeinsame Verantwortung.“

Nur, wie kann Europa helfen? Auf die Frage, ob die EU nur noch mit einer Transferunion zu machen sei, antwortet Fratzscher:

„Nein. … es geht wirklich darum, konzentrierte Risiken abzubauen. Das heißt ganz konkret, italienische Banken, aber übrigens auch viele deutsche Banken müssen gesunden, müssen ihre faulen Kredite abbauen,

[...]

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