Satire | 22.05.2018

Trump und der internationale Handel

Donald Trump wirbelt weiter die internationale Wirtschaftspolitik durcheinander. Sein jüngster Coup: Er verlangt von China, den bilateralen Überschuss gegenüber den USA zu halbieren. Wir hatten Gelegenheit, darüber mit dem international renommierten Handelsexperten Professor Dr. Dr. h.c. Gabriel Sinnfeld zu sprechen.

Makroskop: Professor Sinnfeld, Sie gehören zu den deutschen Koryphäen, die jeden Zusammenhang zwischen dem internationalen Handel und den Leistungsbilanzsalden der an diesem Handel beteiligten Länder bestreiten. Nun fordert Trump die Chinesen auf, ihre Überschüsse zu halbieren, indem sie mehr amerikanische Güter kaufen. Kann das funktionieren?

Sinnfeld (lacht): Nein, natürlich nicht. Trump hat einfach nicht verstanden, dass es die amerikanische Sparlücke ist, die das Leistungsbilanzdefizit der Amerikaner verursacht; das Defizit hat einfach nichts mit dem Handel zu tun.

Makroskop: Wenn die Chinesen nun aber mehr Boeing-Flugzeuge kaufen als Airbusse, dann wird sich das doch zumindest auf den bilateralen Saldo auswirken – oder?

Sinnfeld: Das kann schon sein, da die Amerikaner aber partout nicht sparen wollen, werden sie mit den dann höheren Einkommen durch mehr Jobs in der Flugzeugindustrie wieder auf Einkaufstour gehen und sich mehr Importe leisten – entweder aus China oder aus anderen Ländern. [...]

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