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Kommentar | 13.06.2018

Der kosmopolitische Irrweg

Mit Ausnahme der Grünen stehen Parteien links der Mitte vor einem Dilemma. Einerseits sind weite Teile ihrer traditionellen Wählerschaft kommunitaristisch eingestellt. Andererseits rekrutieren sich ihre Funktionäre mehrheitlich aus dem kosmopolitischen Milieu.

 

„Wäre es da

Nicht doch einfacher, die Regierung

Löste das Volk auf und

Wählte ein anderes?“

 

Bei der lebhaften Debatte in SPD und LINKEN um die Bundestagswahl 2017 kommt man nicht umhin, an Bertolt Brecht erinnert zu werden. Nach dem Aufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR schlug er der Regierung ironisch die „Lösung“ vor, doch ein anderes Volk zu wählen. Manche in der SPD und der LINKEN scheinen zwar nicht ein anderes Volk wählen zu wollen, dafür aber eine andere Wählerschaft.

Bei der Bundestagswahl 2017 sind die Parteien links der Mitte auf einen historisch niedrigen Stand gefallen. SPD, LINKE und Grüne haben zusammen nur noch knapp 39 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen können. Die Parteien auf der rechten, CDU/CSU, FDP und AfD kommen dagegen auf über 56 Prozent der Stimmen. Die SPD hat ihr schlechtestes Ergebnis seit dem Weltkrieg eingefahren. Bündnis 90/Die Grünen und DIE LINKE haben diesen Verlust nicht kompensieren können. [...]

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