Italien | 01.06.2018 (editiert am 10.06.2018)

Der deutsche Arbeiter ist schuld!

Clemens Fuest stellt die Italiener vor eine Alternative: „Schmerzhafte Anpassungen“ mit einer Rezession im Euro oder raus aus dem Euro und rein in eine „riesen Krise“. Er übersieht dabei viele Alternativen, aber stößt wohl eher zufällig auf eine, die auch wir favorisieren.

Die Reaktion von vielen Ökonomen, nicht nur in Deutschland, auf die wirtschaftspolitischen Vorschläge der Lega und der 5-Sterne Bewegung fallen ganz überwiegend negativ aus. Der Tenor ist: Wie kann man angesichts einer Staatsschuldenquote von 132 % ernsthaft gleichzeitig Steuersenkungen und Ausgabenerhöhungen vorschlagen?

„Populisten“ beherrschen Saldenmechanik

Ein Blick auf die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts und der Finanzierungssalden Italiens lässt leicht erkennen, warum die beiden Wahlsieger in Italien auf diese Idee kommen konnten.

In Italien sind sowohl die privaten Haushalte als auch die Unternehmen seit geraumer Zeit Netto-Sparer, geben also weniger aus als sie einnehmen. Das heißt aber, wenn nicht entweder das Ausland oder der Staat in die Bresche springt, muss das BIP logisch zwingend sinken. Die Entwicklung des italienischen BIP zwischen 2007 und 2014 war insgesamt betrachtet rückläufig, da der Staat und das Ausland den Nachfrageausfall durch das Sparen des italienischen Privatsektors nicht kompensiert haben. [...]

Nichts schreibt sich von allein!

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