Das Maracana in Rio de Janeiro, Bild: Rodrigo Soldon via flickr / CC BY-ND 2.0
Ungleichheit | 15.06.2018

Fußball WM: Die Welt im Mikrokosmos

Das Milliardengeschäft der FIFA und der soziale Ausverkauf des Fußballs symbolisieren unsere globalisierte Welt im Mikrokosmos.

Seine größten Liebhaber nennen den Fußball das “Spiel des Lebens”. Dabei muss man den Fußball nicht einmal unbedingt lieben, um dieser Bezeichnung eine gewisse Wahrheit zugestehen zu können. Zum einen ist er ein Sport des Kollektivs und des Individuums zugleich, ein Widerstreit von Systemen, das mit dem Mittelfeld eine Dimension besitzt, die anderen Sportarten fehlt. Die „Tiefe des Raumes“ verleiht dem Fußball sein episches Element. Nur auf den großen Spielfeldern gibt es diese spezielle Mischung von Gewühl und Befreiung, in keinem anderen Mannschaftssport solche Vielfalt an Spielsituationen. Damit ist Fußball dem Leben näher als Basketball oder Handball, wo das Spiel aus der sturen Konfrontation von Angriff und Abwehr besteht.

Beim Fußball gibt es ein Mittelfeldspiel, und das Mittelfeld ist der Ort des Lebens. Aus dem Mittelfeld heraus entwickeln sich Sieg oder Niederlage, Triumph oder Depression, im Mittelfeld droht das Leben zu versacken, im Mittelfeld verbringt man wartend seine Zeit, gleichsam mit müßigen Ballgeschiebe, bis sich vielleicht doch eine Chance ergibt. Aber Tore sind selten, im Leben wie im Fußball“. – Dirk Kurbjuweit

Zum anderen spiegelt der Fußball in all seinen Facetten die globale Welt im Mikrokosmos wieder. [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

Anmelden