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Weltwirtschaft | 22.06.2018

Nachruf auf die neoliberale Globalisierung

Die „Wirtschaftswoche“ hat mich gebeten, die Grundthesen des mit Paul Steinhardt zusammen geschriebenen Buches „Gescheiterte Globalisierung“ in provokanter Weise zusammenzufassen. Das habe ich getan und der Artikel ist nahezu unverändert in Heft 25 der Zeitschrift erschienen.

Der Versuch einer Globalisierung der Weltwirtschaft entlang neoliberaler Linien ist gescheitert. Trumps Zölle zeigen das ebenso gut wie die Abwendung vom Modell einer offenen Wirtschaft in vielen mittel- und osteuropäischen Ländern. Noch klarer aber belegen die jüngsten Wahlergebnisse im Herzen Europas, dass die Zeit der wirtschaftsliberalen „Reformen“, die vermeintlich den „objektiven Kräften der Globalisierung“ geschuldet sind, endgültig abgelaufen ist.

Was ist geschehen? War es nur die Unfähigkeit der globalen Politik, die Regeln der neoliberalen Weltordnung so fest zu verankern, dass sie nicht zum Zielpunkt nationaler Unzufriedenheit werden konnten? War es lediglich die unvollständige Umsetzung der neoliberalen Ordnung, die dem Neoliberalismus nach dreißig Jahren fast uneingeschränkter Herrschaft den endgültigen Sieg verwehrte?

Wer so denkt, denkt zu kurz. Im Kern ist der Wirtschaftsliberalismus in all seinen vielen Varianten an sich selbst gescheitert. An seiner Unfähigkeit nämlich, die Dynamik einer Marktwirtschaft angemessen zu deuten und daraus erfolgversprechende wirtschaftspolitische Konzepte abzuleiten. Die Marktwirtschaft des Neoliberalismus ist immer noch eine rein statische Veranstaltung, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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