Bild: istock.com/HomoCosmicos
Eurozone | 26.06.2018

Portugals (wackelige) Perspektiven

Am Rande Europas boomt ein kleines Land: Portugal. Die Wirtschaft wächst, Ronaldo trifft und die Touristen strömen herein. Ein Wirtschaftswunder in der Eurozone?

Auf den ersten Blick können sich die Zahlen sehen lassen: Portugal erzielte 2017 ein kräftiges BIP-Wachstum von 2,7 %! Die Arbeitslosigkeit sank von 17 % im Krisenhöchststand 2013 auf derzeit rund 8 %. Die Investitionen stiegen um 8,1 %, die Ausrüstungsinvestitionen der Industrie um 12,5 %. Auch Portugals Leistungsbilanz ist ausgeglichen, weist sogar geringe Überschüsse aus. Und das nicht nur durch gesunkene Importe, sondern auch aufgrund zunehmender Exporte.

Aber Kurzfristbetrachtungen sind wenig aussagekräftig. Wenn wir die Entwicklung Portugals seit Beginn der europäischen Krise 2008 betrachten, sieht die Entwicklung ganz anders aus:

  • Das Bruttoinlandsprodukt stürzte dramatisch ab und lag auch 2017 noch unter dem Vorkrisenstand.
  • Die Industrieproduktion stagnierte jahrelang bei rund 10 % unter dem Vorkrisenniveau und erholt sich nur langsam. Sie liegt auch derzeit noch geschätzte 8 % niedriger als 2007.
  • Die Investitionsquote fiel von 25 % vor der Krise auf gegenwärtig 16 % des BIPs.
  • Die Bruttogehälter bleiben niedrig, betragen im Durchschnitt nur etwa 1.100 Euro im Monat.

Portugal: ein neues „Geschäftsmodell“? [...]

Nichts schreibt sich von allein!

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

MAKROSKOP ist das Magazin einer Neuen Monetären Ökonomik und damit in Deutschland einzigartig. MAKROSKOP steht für das große Ganze. Wir haben einen Blick auf Geld, Wirtschaft und Politik, den Sie so woanders nicht finden.

Dabei leben wir von unseren Autoren – Quer- und Weitdenkern –, ihren Recherchen, ihrem Wissen und ihrem Enthusiasmus. Gemeinsam scheren wir aus den schmaler werdenden Leitplanken des Sag- und Denkbaren aus. Wir verlassen die journalistische Filterblase, in der sich viele eingerichtet haben. Wir öffnen Fenster und bringen frische Luft in die engen und verstaubten Debattenräume. Das verschafft uns nicht nur Freunde.

Wenn Sie uns gerade deswegen unterstützen möchten, dann folgen Sie einfach dem Button.

Anmelden