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Afrika | 22.06.2018

Schulden in Afrika – hohe Anfälligkeit für Schuldenkrisen

Die üblicherweise verwendeten  Schuldenindikatoren der afrikanischen „Eurobond-Staaten“ geben die Situation und die wirksamen Zusammenhänge nur unzureichend wider.

Anteil der Schulden am BIP und Relation der Schulden zu Staatseinnahmen

Der Anteil der Schulden am Bruttoinlandsprodukt (Schuldenquote) und die Relation der Schulden zu den Staatseinnahmen werden gern als Indikatoren für die Ver- oder Überschuldung eines Landes genutzt. Doch allein betrachtet, sind diese Indikatoren irreführend. So hat Japan eine weitaus höhere Schuldenquote als die Länder Afrikas. Kein Mensch würde aber auf die Idee kommen, Japan für weniger kreditwürdig zu halten. Ganz im Gegenteil: Japan hat ein sehr gutes Kreditrating, da die Gläubiger wissen, dass das hoch industrialisierte Land seine Zinsen zahlen kann.

Die beiden Indikatoren sagen auch wenig darüber aus, ob ein Land in der Lage ist, genug Fremdwährung zu generieren, um seine externen Schulden zu bedienen. Ein Praxisbeispiel: Der Indikator Schulden zu Staatseinnahmen kann bei zwei Ländern mit gleich hohen Auslandsschulden unterschiedlich sein, wenn es dem einen Land gelingt, seine Steuergrundlage zu erweitern, also mehr Steuern und somit mehr Staatseinnahmen zu generieren. Steuereinnahmen sagen aber wenig darüber aus, ob die Auslandsschulden bedient werden können.

Auch kann der Indikator kaum Aussagen über die zukünftige Schuldentragfähigkeit in rohstoffreichen Ländern machen. [...]

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