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Debatte | 05.06.2018 (editiert am 10.06.2018)

Wie der Markt auf die Gesellschaft wirkt

Wie wirkt Ökonomik auf Politik und Gesellschaft? Und gibt es ein Netzwerk „des Marktes“? Auf dem Kongress „Reshaping Economics“ in Tutzing versucht man es zu entflechten.

Beginnen wir aphoristisch: Warum empfahl der Bundesbank-Präsident Jens Weidmann 2013 allen Politikern, „sich Euckens ‚Grundsätze der Wirtschaftspolitik‘ unters Kopfkissen zu legen“?

Wenn man so will, gehen dieser Frage Walter Ötsch und Stephan Pühringer von der Cusanus Hochschule in ihrer Analyse der Geschichte der akademischen Volkswirtschaftslehre in Deutschland nach (eine Zusammenfassung ist auch auf Makroskop zu lesen). Ihre verstörende Antwort präsentierten sie auf dem Kongresses „Reshaping Economics“ im bayerischen Tutzing, der sich mit dem Zustand der Wirtschaftswissenschaft auseinandersetzte (wir berichteten).

Ötsch und Pühringer entwickelten für ihre Analyse eine umfangreiche Datenbank: eine detaillierte Erfassung von etwa 800 Ökonomen, die im Zeitraum von 1954 bis 1994 einen Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre an einer deutschen Universität innehatten. Die Ökonomen wurden auf ihren „performativen Fußabdruck“ untersucht, das heißt ihre Präsenz in den Leitmedien, ihre Beratungstätigkeit in Ministerien und Beiräten, ihr Engagement in Think Tanks und ihre wissenschaftliche Reproduktion. Und – in welchen personellen und institutionellen Netzwerken sie eingespannt sind.

Die Auswertung dieser Datenbank ist – von allen Versuchen der Referenten in Tutzing, [...]

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