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Weltwirtschaft | 25.06.2018 (editiert am 02.07.2018)

Zentralbanken auf Entdeckungsreise zurück zur Normalität

Die großen Zentralbanken senden klare Signale für eine Politikwende. Doch die Lohn- und Preisentwicklung bleibt niedrig. Wie realistisch ist das Streben nach zinspolitischer Normalität?

Im Zuge der letzten Finanzkrise und großen Rezession von vor rund zehn Jahren hatten die US Federal Reserve und andere wichtige Zentralbanken der Welt ihre Leitzinsen auf extrem niedriges Niveau gesenkt. Zusätzlich waren vielfaltige experimentelle Politikmaßnahmen zum Einsatz gekommen, die die von den Zentralbanken bereitgestellte Liquidität im Finanzsystem und die Bilanzen der Zentralbanken dauerhaft stark anschwellen ließen. Auch die langfristigen Zinsen waren so weltweit auf sehr niedrige Niveaus gefallen, Aktienindizes, speziell in Amerika, auf imposante Rekorde angestiegen, während die Wechselkurse der wichtigsten Währungen erhebliche Schwankungen erlebten.

So war auch die weltwirtschaftliche Entwicklung seither eher durchwachsen und unausgeglichen geblieben. Im letzten Jahr hatten sich kurzfristig Hoffnungen auf eine robustere und ausgewogenere Weltkonjunktur breitgemacht; Hoffnungen, die sich mittlerweile wieder verflüchtigt haben. Vielerlei Ungleichgewichte und Risiken belasten die Entwicklung weiterhin, heute zunehmend auch Risiken geopolitischer Natur. Zentralbankpolitikern sei verziehen, wenn sie sich nach Normalität sehnen. Die Chancen auf eine Rückkehr der Normalität verdüstern sich jedoch zusehends.

Erneute Zinserhöhung der Federal Reserve

In der letzten Woche beschloss das Federal Open Market Committee (FOMC), [...]

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