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Demokratie und Staat | 11.07.2018 (editiert am 13.07.2018)

Mit falscher Empfindlichkeit gegen den rauen Wind des Populismus

Der Verrohung der Sprache durch den Populismus setzt der liberale Mainstream eine neue „Empfindlichkeit“ der politischen Correctness entgegen. Doch die Botschaften, die sich hinter der rein symbolischen Anerkennung verstecken, bleiben knallhart.

Ja sicher, man kann den Trumps, Le Pens und Orbans oder sonst allen Populisten, die die Demokratie gefühlt im Würgegriff halten, vieles vorwerfen. Nicht zuletzt, für eine Verrohung des politischen Diskurses oder ein inhumanes Menschenbild zu stehen. Der Rechtspopulismus spiele auf der „Klaviatur der Ängste und Feindseligkeiten“, konstatiert der Dramaturg Bernd Stegemann in seinem lesenswerten Buch „Das Gespenst des Populismus“. Diese diffusen Ängste instrumentalisiere der Rechts- aber mitunter auch der Linkspopulismus, so ist von liberaler Seite zu hören, für ebenso unklare politische Ziele.

So etwa die vor kurzem in den Ruhestand getretene Theologin Margot Käßmann. Im Interview mit dem Migazin bezichtigt sie die AfD, das politische Klima zu vergiften, indem sie „ständig Tabus“ überschreite und „Menschen aufgrund ihrer Herkunft und ihrer Hautfarbe“ niedermache. Diese „Enttabuisierung“ lasse „die Sprache verrohen“. Das, so fürchtet Käßmann, sei „dann auch die Grundlage für Gewalt gegen Menschen“. Ihr fehle „eine Kultur der Barmherzigkeit“.

Barmherzigkeit – oder ihr Fehlen aufgrund von Herkunft und Hautfarbe. [...]

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