Bild: istock.com/KoCsAti
Soziales | 10.07.2018

Private Rentenversicherung – ein Auslaufmodell

Die Versicherungsbranche verliert die Lust an der privaten Rentenversicherung. Der Versicherungskonzern Generali verkauft seine Lebensversicherungssparte, weil sie eine zu geringe Rendite abwirft. Das Modell ist gescheitert. Dennoch hält die GroKo an deren Förderung fest.

Der italienische Versicherungsriese Generali, hinter der Allianz die Nummer zwei im deutschen Erstversicherungsgeschäft, will aus der privaten Altersvorsorge aussteigen und 90 % der Anteile an seiner Lebensversicherungssparte an den Abwicklungsspezialisten Viridium verkaufen. Dabei geht es um 4 Millionen Versicherungspolicen mit einem Anlagevermögen von 37,1 Milliarden Euro.

Der Deal muss zwar noch von der Aufsichtsbehörde BaFin genehmigt werden, aber das Signal ist klar: Die Assekuranzbranche hat keine Lust mehr auf das Geschäft mit der privaten Rentenversicherung, das aus ihrer Sicht nur noch lausige Renditen abwirft. Die Bestandsverträge sehen meist einen Garantiezins von 4 Prozent vor. Da bleibt den Versicherungsunternehmen bei dem niedrigen generellen Zinsniveau immer weniger Profit, um die Aktionäre zu bedienen.

Von denen wird der Ausstieg von Generali aus der Lebensversicherung euphorisch begrüßt. Das Börsenmagazin Der Aktionär meldet: “Generali-Aktie geht durch die Decke“ und stellt die Frage „Was macht Allianz?“. Der Branchenführer bleibt vorerst in Deckung und lehnt den Verkauf seiner Altbestände ab, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

Anmelden