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Debatte | 23.07.2018 (editiert am 24.07.2018)

Über Eurofighter und die „Währungsunion an sich“

Stephan Schulmeister meint, all diejenigen, die dem Eurosystem heute ein weitgehendes Scheitern bescheinigen, seien gegen „den Euro an sich“. Das ist vollkommen falsch, wie ich anhand meiner eigenen Geschichte belegen will. Zudem ist seine Position vielleicht politisch korrekt, aber inhaltlich schwach und nicht besonders mutig.

Stephan Schulmeister, den wir bei Makroskop als Autor schätzen, hat ein langes Buch geschrieben und einen Extrakt davon jüngst in den „Blättern“ veröffentlicht (hier zu finden). Darin fordert er eine neue wirtschaftspolitische Ausrichtung der Eurozone hin zu dem, was er eine „realkapitalorientierte Spielanordnung“ nennt. Leider kommt in der Beschreibung weder dieser Spielanordnung noch in dem Gegenstück, der finanzkapitalistischen Spielanordnung, das Phänomen vor, dessen Existenz die entscheidende Voraussetzung für das Nicht-Funktionieren der Europäischen Währungsunion war.

Das ist schade, zeigt sich doch an seinem Euro-Stück, dass auch der Euro-Verteidiger Schulmeister sich einer ehrlichen Diagnose der Lage entzieht. Statt dessen schlägt er wild um sich und wirft „linken Intellektuellen“ (darunter subsummiert er auch mich) vor, dem Euro die Schuld an einer Krise zu geben, die in Wirklichkeit nur einem falschen Design der Währungsunion zuzuschreiben ist. Zum Entstehen der europäischen Krise nach der Finanzkrise schreibt er:

„Doch bald wurde die Krise in eine Staatsschuldenkrise umgedeutet: Weder die Finanzmärkte noch der Euro seien schuld an der europäischen Misere,

[...]

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