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Brexit | 21.08.2018 (editiert am 23.08.2018)

Blick in den Norden

Norwegen hat sich zweimal per Referendum gegen einen EU-Beitritt entschieden. Heute steht das Land an der Spitze der weltweiten Wohlstandsskala. Welche Rückschlüsse lassen sich daraus für den Brexit ziehen?

Im ökonomischen und politischen Mainstream der Rest-EU ist das Brexit-Votum schlicht irrational. Die immer wieder angeführten Folgeabschätzungen gehen von einem Verlust an Wirtschaftskraft aus. Der Austritt der Briten bringe sie selbst um einen guten Teil ihres Wohlstands – die Szenarien reichen von einem kräftigen, aber verkraftbaren Rückgang bis zum regelrechten Kollaps der britischen Volkswirtschaft.

Linke Remainer ergänzen gerne, dass auch die fundamentalen sozialen Rechte der Briten auf der Kippe stünden, da diese durch die EU geschützt seien. Thomas Fazi und Bill Mitchell haben hier bereits die Schwächen der Wirtschaftsprognosen aufgezeigt und argumentiert, warum es Unsinn ist, die EU als Schutzschild sozialer Rechte zu interpretieren.

Ein Blick in den Norden – vor allem nach Norwegen, einem europäischen Land, das sich zweimal per Referendum gegen einen EU-Beitritt entschieden hat und heute an der Spitze der weltweiten Wohlstandsskala steht – stützt deren Argumentation.

Im vorliegenden Beitrag soll zunächst am Beispiels Schwedens – dem einstigen skandinavischen Vorzeigeland, das 1995 der EU beigetreten ist – dargestellt werden, [...]

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