Bank of England, Bild: istock.com/fazon1
Finanzsystem | 03.08.2018 (editiert am 06.08.2018)

QE – und wie Zentralbanken (mehr) Geld machen

Am Gelde scheiden sich die Geister, heißt es. Das gilt in sehr vielfältiger Weise, auch dafür, wie Zentralbanken Geld machen – und was das für die Wirtschaft und den Staat bedeutet.

Seit der globalen Finanzkrise von 2008-9 hat die experimentelle Geldpolitik wichtiger Zentralbanken deren Bilanzen und das von ihnen geschaffene Zentralbankgeld sehr stark ausgeweitet. Dieser Prozess des „Geldmachens“ ist im Kern sehr einfach: wenn eine Zentralbank Kredite vergibt oder Vermögenswerte kauft, dann bezahlt sie dafür mit ihrem eigenen Geld, das genau dabei geschaffen wird.

Geschehen ist das seit der Krise – wie gesagt – im stark ausgeweitetem Umfang: Länge und Zusammensetzung der Bilanzen der Zentralbanken, die „quantitative easing“ (QE) einsetzten, haben sich stark gewandelt. Die Wirkungen von QE – als expansive Geldpolitik auf Wirtschaft und den Staat und seine Finanzen – erfolgen dabei auf drei Wegen.

Erstens wird eine Lockerung der Finanzierungsbedingungen tendenziell die Wirtschaft anregen, also das Geldausgeben, womit auch die Steuereinnahmen steigen und bestimmte Ausgaben, wie zum Beispiel Arbeitslosengeldzahlungen, sinken. Das ist die Wirkung der sogenannten automatischen fiskalpolitischen Stabilisatoren auf den Primärhaushalt, den Staatshaushalt ohne die Zinsausgaben. Da der Staat selbst gewöhnlich Schuldner ist, reduzieren Zinssenkungen – zweitens – dabei auch die Last der Zinsen auf die Staatsschulden. [...]

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