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Kommentar | 03.08.2018 (editiert am 14.08.2018)

Sinnfreie Analyse oder politisches Programm?

Wer sich als Wissenschaftler tarnt, kann oft leichter politische Inhalte transportieren als die Politiker selbst. Immer deutlicher wird, welches politische Programm Hans-Werner Sinn vorantreibt.

Ich hatte schon im Rahmen unserer TARGET-Diskussion die Frage gestellt, was die Alarmisten-Ökonomen wohl im Sinn führen, die immer nur warnen, aber nie die Gründe für die Misere nennen. Nun meldet sich der Anführer dieser Spezies, Hans-Werner Sinn, schon wieder zu Wort und nimmt das zwanzigjährige Jubiläum des Euro zum Anlass, vollkommen sinnfrei zu konstatieren, dass der Euro keine Erfolgsstory gewesen ist. Deswegen muss man explizit fragen, wessen politische Agenda der Mann verfolgt, der sich so gerne selbst zum neutralen Wissenschaftler hochstilisiert.

Sinn schreibt in seiner Kolumne im Handelsblatt:

„Wenn man den Zeitpunkt der Festlegung der Wechselkurse im Mai 1998 als Startpunkt setzt, ist der Euro 20 Jahre alt. Das erste Jahrzehnt war Party in Südeuropa, im zweiten herrschte Katerstimmung – und das dritte steht im Zeichen einer zunehmenden politischen Radikalisierung.“

Geschlagene vier Fünftel seiner Ausführungen widmet der Mann, der Deutschland dereinst radikale absolute Lohnsenkungen verordnen wollte, Südeuropa, das für ihn aus Italien, Spanien, Portugal und Griechenland besteht. [...]

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