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Debatte | 21.08.2018 (editiert am 07.09.2018)

Was ist ein Sozialchauvinist? – 1

Wer sozialstaatliche Forderungen erhebt, wird von Wirtschaftslibertären schnell als Sozialchauvinist kritisiert. Zwei „linke“ Sozialwissenschaftler haben nun eine alternative Bestimmung des Begriffs geliefert.

Bislang war mir die Verwendung dieses Begriffes und bedeutungsgleich gebrauchter Begriffe, wie die des „Wohlfahrts- oder Wohlstandschauvinismus“, nur bei wirtschaftslibertären Autoren aufgefallen. Kurz gesagt, bislang habe ich geglaubt, dass der Begriff des „Sozialchauvinismus“ und seine Synonyme nur von Schreibern verwendet werden, deren Absicht es ist, auch noch die Reste der verbliebenen Sozialstaatlichkeit in Deutschland zu beseitigen. Da ich also bislang den Begriff als einen neoliberalen Kampfbegriff betrachtete, stellte sich mir die Frage dieses Stücks bislang nicht ernsthaft.

In der FAZ wird die Freiheit der Märkte gegen jeden „Übergriff“ des Staates entschieden verteidigt. Den Begriff des „Sozialchauvinismus“ in der FAZ zu finden, hat mich daher nicht überrascht. Überrascht und auch neugierig gemacht hat mich dort allerdings seine Verwendung durch Autoren, die nicht im Verdacht stehen, Vertreter libertärer Weltanschauungen zu sein. Für Dirk Jörke und Oliver Nachtwey scheint aber der Begriff zweifelsfrei einen Referenten zu haben. Denn schon in der Überschrift ihres FAZ-Artikels fragen sie, was man gegen den „Sozialchauvinismus“ tun könne.

Ein neoliberaler Kampfbegriff

Betrachten wir zunächst kurz am Beispiel Rainer Hanks von der FAZ, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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