Kommentar | 06.09.2018 (editiert am 10.09.2018)

Aufstehen vielleicht, aber noch lange kein Aufbruch

Eine linke Sammlungsbewegung ist eine wirklich gute Idee. Doch „Aufstehen“ ist schwach gestartet. Wer Menschen bewegen will, darf nicht nur predigen.

Der Berg hat lange gekreißt, aber er hat leider nur ein Mäuschen geboren. Der Gründungsaufruf der Sammlungsbewegung mit dem Namen „Aufstehen“ liegt seit vorgestern vor, aber er ist leider so dünn, dass man sich fragt, wer dafür aufstehen soll. Motherhood and applepie, sagt man im englischen – mag jeder gern, doch dafür wird man sein Leben nicht ändern und sich politisch engagieren.

Hier der Absatz, mit dem alles beginnt:

Es geht nicht fair zu. Nicht in unserem Land, nicht in Europa und auch nicht auf der großen Bühne der Weltpolitik. Profit triumphiert über Gemeinwohl, Gewalt über Völkerrecht, Geld über Demokratie, Verschleiß über umweltbewusstes Wirtschaften. Wo nur noch Werte zählen, die sich an der Börse handeln lassen, bleibt die Menschlichkeit auf der Strecke. Dagegen stehen wir auf: für Gerechtigkeit und sozialen Zusammenhalt, für Frieden und Abrüstung, für die Wahrung unserer natürlichen Lebensgrundlagen.

Wer etwas wirklich Neues will, muss deutlich unterscheidbar sein. Wer wirklich etwas verändern will, muss mutig sein. Wer wirklich etwas erreichen will, muss ganz konkret sein und sagen, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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