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Grundlagen | 19.09.2018 (editiert am 21.09.2018)

Die Neoklassik und das Sparen

Der US-Ökonom Martin Feldstein beklagt in der „Wirtschaftswoche“ die Sparunwilligkeit der US-Bürger. Dabei demonstriert er einmal mehr seine Lernunfähigkeit als Vertreter der Neoklassik.

Die Vorstellung, dass erst gespart werden müsse, bevor investiert werden könne, scheint – wie Heiner Flassbeck und Friederike Spiecker zu Recht anmerken – in der herrschenden Lehre „ein unumstößliches Dogma“ (hier, S. 210) darzustellen. Insofern passt ins Bild, dass Martin Feldstein, ein überzeugter Neoklassiker und einer der einflussreichsten US-Ökonomen der Gegenwart, genau auf diesem theoretischen Fundament seine Wirtschaftsanalysen aufbaut. In Deutschland tritt er vor allem als regelmäßiger Kolumnist der „Wirtschaftswoche“ in Erscheinung, in der er jeden Monat exklusiv seine „Post aus Harvard“ (so der Name seiner Kolumne) veröffentlicht.

Bemerkenswert ist nicht nur, dass er – wie fast alle Neoklassiker – alle Kritik an der genannten Auffassung zum Sparen und Investieren souverän ignoriert. Sondern auch, dass er, nachdem er sich schon einmal hinsichtlich Japans mächtig mit seinen Prognosen auf dieser theoretischen Basis blamiert hatte, in seinem neuesten Beitrag für die Wirtschaftswoche unverdrossen den gleichen Unfug in Bezug auf die USA propagiert.

Wie ist es möglich, dass offenbar nichts den Glauben an das Ansparen als Vorbedingung für das Investieren, [...]

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