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Grundlagen | 07.09.2018 (editiert am 10.09.2018)

Die wackeligen Fundamente der Neoklassik – 2

Marktwirschaften sind zwar von egoistischen Akteuren bevölkert, aber der Wettbewerb, so Marktgläubige, stellt sicher, dass dennoch das Gemeinwohl maximiert wird. Schafft der Wettbewerb tatsächlich „Wohlstand für alle“?

Ein Forschungsprogramm wird nach Imre Lakatos durch die Festlegung eines Gegenstandsbereichs, die theoretisch und empirisch nicht zur Disposition stehenden Grundannahmen und die als zielführend anerkannten Forschungsmethoden definiert.

Ökonomen in der neoklassischen Theorietradition sind ganz überwiegend der Meinung, dass ihre Forschungsmethoden weitgehend mit denen der Naturwissenschaften vergleichbar sind. Die Naturwissenschaften zielen nach ihrer Meinung darauf, gesetzesmäßige Zusammenhänge zwischen bestimmten Ereignistypen zu entdecken. Diese Zusammenhänge werden von ihr in mathematisch exakt formulierten Modellen formuliert und sollen es erlauben, daraus empirisch überprüfbare Aussagen abzuleiten.

Ob die Erklärungen der Naturwissenschaften diesem formalen Schema genügen, sei einmal dahingestellt. Offensichtlich ist jedenfalls, dass zwischen dem Anspruch und dem Erfolg ihrer theoretischen Bemühungen, wie schon der Wirtschaftsnobelpreisträger Wassily Leontief 1982 beklagte, ein riesige Lücke klafft:

„In wirtschaftswissenschaftlichen Fachzeitschriften finden sich seitenweise mathematische Formeln, die den Lesern von mehr oder weniger plausiblen, aber vollkommen willkürlichen Annahmen zu exakt formulierten, aber vollkommen irrelevanten theoretischen Schlussfolgerungen führen. [Uns also] keinen Schritt auf dem Weg zu einem Verständnis der Struktur und der Funktionsweise real existierender Wirtschaftssysteme voranbringen.“

Die Ratlosigkeit vieler Ökonomen sich die Finanzkrise von 2007/2008 auch nur annähernd plausibel zu erklären, [...]

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