Digitalisierung | 14.09.2018

Digitale Monopole – eine Dystopie? – 4

Wege und Irrwege: In der Debatte über die sogenannten „Sozialen Netzwerke“ tritt einem die autoritäre Deformation entgegen, durch die sich das Denken des liberalen Mainstreams zunehmend auszeichnet.

Einen lautstarken Strom der derzeitigen Diskussion über informationstechnische Dienste zeichnet aus, dass er völlig an den zentralen Problemen vorbeigeht. Versucht wird eine Sicherheitspanik zu verbreiten, die vor allem aus der fehlenden Kenntnisnahme resultiert, dass der Gang der Welt nicht immer den eigenen Erwartungen entspricht.

Seit die Kandidatin des liberalen Mainstreams die Präsidentschaftswahlen in den USA verloren hat, gehört es zu den Lieblingsbeschäftigungen zahlreicher Autoren, von Medien, Geheimdiensten und Sonderermittlern, eine Paranoia zu pflegen, die – wenn man auch sonst schnell bei anderen mit der Diagnose ›Verschwörungstheorie‹ bei der Hand ist – davon ausgeht, dass hinter der Niederlage nur eine Verschwörung feindlicher Geheimdienste, insbesondere derer des Kremls, stecken könnte. Dass die USA selbst seit Jahrzehnten Milliarden dafür ausgeben, die öffentliche Meinung in anderen Ländern zu beeinflussen wird dabei ebenso übergangen wie der Misserfolg aller Bemühungen, Beweise für solche Behauptungen vorzulegen.

Für den prominenten Informatiker Jaron Lanier, der in seinem letzten Buch viele Punkte einer berechtigten Kritik an der Wirkungsweise der sogenannten ›sozialen Netzwerke‹ aufführt, scheinen russische Geheimdienste und Cyberkrieg-Einheiten die ultimative Gefahr darzustellen [Lanier 2018]. [...]

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