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Länder | 12.09.2018

Modi-Regierung in Indien: Despotie der Angst

Seitdem Narendra Modi 2014 mit seiner hindu-nationalistischen Partei BJP die Wahl zum Premierminister gewann, ist die Kuh wieder zum politischen Symbol geworden: Doch nicht nur die Schlachtgesetze wurden verschärft. Mit harten Repressalien will die BJP von ihren Misserfolgen ablenken.

Am frühen Morgen beginnen die Razzien und Verhaftungen im ganzen Land: berühmte Anwälte, hochrangige Professoren und Intellektuelle, Dichter und Schriftsteller, Redakteure, Unternehmer, Menschenrechtsaktivisten und Friedensunterhändler. Unter vollständiger Verweigerung eines ordnungsgemäßen Verfahrens durchkämmen Polizeiteams des Bundesstaates Maharashtra das ganze Land, um die „Hardliner-Terroristen“ in ihren Häusern festzunehmen oder deren Wohnungen zu durchsuchen. Dabei führen sie ein unverständliches Dokument in Marathi mit sich, und werfen alle möglichen Anschuldigungen gegen die „Terroristen“ in den Raum.

Es ist eine Razzia gegen friedliche Bürger, deren einziges Verbrechen darin besteht, dass sie jahrzehntelang für die Menschenrechte indischer Staatsbürger gekämpft haben. Extreme und absurde Anschuldigungen – wie Terrorismus, Anstiftung zu Gewalt und Unruhen, Planung eines Attentats auf den Premierminister –, alles ohne einen Hauch von Beweisen.

Willkommen im neuen Indien, das in den letzten Jahren noch in der Entwicklung war, aber nun seine volle Gestalt annimmt. Ein Indien, in dem Raubzüge, Lynchmorde und Tötungen im Namen der Ablehnung interreligiöser Ehen oder der sogenannten „cow protection movement“ [...]

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