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Finanzsystem | 04.09.2018

Noch immer „zu groß zum Scheitern“

Zehn Jahre liegt der große Finanzcrash zurück. Unter den Folgen ächzen die Staaten Europas noch immer. Die Regulierung der Finanzmärkte durch die EU war nur halbherzig – und wird unter Lobbydruck teilweise schon wieder aufgeweicht.

Der Finanzcrash von 2008 hat die Welt erschüttert. US-amerikanische und internationale Banken investierten in US-Immobilien und spekulierten an den Börsen mit windigen Finanzprodukten, um „Traumrenditen“ von 15 Prozent und mehr zu erzielen. Dabei kamen ihnen die Übernahmen anderer Banken und vor allem die Deregulierung von den 80er bis zu den 2000er Jahren zugute.

Die Folge: Die Banken spekulierten auf eigene Rechnung an den Börsen. In kürzester Zeit wurden sie zu groß und waren zu vernetzt, um Scheitern zu dürfen. Denn scheitert eine Bank, drohen die anderen wie Dominosteine zu folgen. Tatsächlich sollte der Kollaps der Großbanken den täglichen Zahlungsverkehr und die Kreditvergabe behindern – und so ab 2008 auch die Realwirtschaft mit in den Abgrund reißen. Die Staaten hatten keine Wahl mehr: Sie dürfen die Großbanken nicht bankrott gehen lassen und müssen für deren Risiken haften.

Zehn Jahre nach dem Crash hat sich nicht viel geändert. Noch immer sind die Banken zu groß und zu vernetzt. Global stieg die Anzahl der systemrelevanten Banken von 29 auf 30 (hier). [...]

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