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Debatte | 28.09.2018

Norbert Häring in der Targetfalle

Normalerweise ist Norbert Häring eine Stimme in der wirtschaftspolitischen Diskussion, die es zu hören lohnt. Leider wirft er mit seinem letzten Artikel zur TARGET-Problematik vieles kunterbunt durcheinander.

Das Anschwellen der deutschen TARGET2-Salden im zwischenstaatlichen Zahlungsverkehr der Euroländer wird insbesondere von Hans-Werner Sinn genutzt, um deutsche Verlustängste zu schüren.

Mit seinen Vorschlägen, wie vermeintliches deutsches Vermögen zu retten seien, bedient nun auch Norbert Häring diese Verlustängste. Besonders problematisch ist, dass er berechtigte Hinweise auf Probleme und richtige Vorschläge zu ihrer Lösung mit fehlleitenden Begründungen und falschem Sachverständnis verbindet. Den Grundfehler von Sinn wiederholt auch Häring: nicht sauber zu trennen zwischen Kreditprozess und Zahlungsverkehr. Damit leistet er seiner Zielsetzung einen Bärendienst.

Deshalb will ich diese häringsche Verwirrung als erstes richtigstellen, um danach auf einzelne Fehler Härings einzugehen.

Wenn ein deutscher Maschinenbauer als Lieferant eine Bestellung zum Preis von 1 Million Euro durch einen italienischen Auftraggeber ausführt, steigt entsprechend sein Geldvermögen um 1 Million. Das Geldvermögen der italienischen Firma sinkt um den gleichen Betrag. Der deutsche Lieferant hat sein Geldvermögen um die Forderung in Höhe von 1 Million Euro gegenüber der italienischen Firma vermehrt, die ihrerseits ihr Geldvermögen um die Verbindlichkeit in Höhe von 1 Million verringert hat. [...]

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