Bild: Hendrik Klug ©
Aufgelesen | 18.09.2018

Soundtrack zur Neuausrichtung der Linken

Der kulturelle Liberalismus übertüncht die Probleme, die der Wirtschaftsliberalismus verursacht. In einem leidenschaftlich geschriebenen Buch beschreibt Nils Heisterhagen den Missstand linker Politik und zeigt auf, warum wir einen linken Realismus brauchen.

Bereits in den Achtziger- und Neunzigerjahren erlebte Deutschland kleinere bis mittlere neoliberale Einschnitte. So etwa wurde in der Ära Kohl die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gekürzt oder die Leistungen der Krankenkassen eingeschränkt. Der damals im Vergleich zu später noch dezente Sozialabbau wurde von der Regierung eines bräsigen Bundeskanzlers betrieben. Also von teils trockenen Politikern mit stockkonservativen Background, gegen die breite Teile der Bevölkerung eine ziemlich gepflegte Aversion hegten.

Und auch das 1982 veröffentliche »Konzept für eine Politik zur Überwindung der Wachstumsschwäche und zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit«, kurz Lambsdorff-Papier genannt – nicht weniger als die Blaupause neoliberaler Sparpolitik – stammte aus dem Hause eines wirtschaftsliberalen Hardliners, dem die Herzen der Wähler nicht gerade zuflogen. Als dieses Papier so richtig zu Entfaltung kam, nämlich 20 Jahre später unter Rot-Grün, gab es zwar Widerstand, der aber unter einem neuen liberalen Sonnenschein vorerst dahinschmolz.

Das hat nicht nur damit zu tun, dass Gerhard Schröder durchaus sympathischer und charismatischer als Helmut Kohl auf die Menschen im Lande wirkte. Unter seiner Kuratel war man gewinnbringend liberal. [...]

Nichts schreibt sich von allein!

Nur für Abonnenten

MAKROSKOP ist das Magazin einer Neuen Monetären Ökonomik und damit in Deutschland einzigartig. MAKROSKOP steht für das große Ganze. Wir haben einen Blick auf Geld, Wirtschaft und Politik, den Sie so woanders nicht finden.

Dabei leben wir von unseren Autoren – Quer- und Weitdenkern –, ihren Recherchen, ihrem Wissen und ihrem Enthusiasmus. Gemeinsam scheren wir aus den schmaler werdenden Leitplanken des Denkbaren aus. Wir verlassen die journalistische Filterblase, in der sich viele eingerichtet haben. Wir öffnen Fenster und bringen frische Luft in die engen und verstaubten Debattenräume.

Das verschafft uns nicht nur Freunde.

Wenn Sie uns gerade deswegen unterstützen möchten, dann folgen Sie einfach dem Button.

Abonnieren

Anmelden