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Debatte | 10.09.2018

Sozialchauvinismus – Die große Verwirrung

Soziologie ohne eine realistische ökonomische Theorie löst vielfältige Konfusionen aus. Die Debatte um den „Sozial- oder Wohlstandschauvinismus“ bietet dafür ein ausgezeichnetes Beispiel.

Paul Steinhardt hat sich in zwei Artikeln mit dem sogenannten Sozialchauvinismus auseinandergesetzt, wie er von einigen Soziologen angeprangert wird (hier). Die Behauptung scheint zu sein, dass man ein Sozialchauvinist ist, wenn man dafür eintritt, dass Menschen, die in einem bestimmten abgegrenzten Raum leben – nennen wir ihn Land oder Nationalstaat – Anspruch auf ein bestimmtes Einkommen und eine bestimmte soziale Absicherung haben, während das für diejenigen, die außerhalb dieses Raumes leben, nicht gilt. Der Sozial- oder Wohlstandschauvinist sei deswegen auch fast automatisch ein Rechtspopulist.

Eine solche Meinung  jedoch ist Ausdruck einer großen Verwirrung. Sie ist der Tatsache geschuldet, dass man glaubt, bei der Diskussion gesellschaftlicher Fragen ohne die Berücksichtigung fundamentaler ökonomischer Zusammenhänge auskommen zu können. Eine Gesellschaft, die von nichts mehr als von ökonomischen Zusammenhängen geprägt ist, kann man jedoch nicht allein mit soziologische Begriffen verstehen und deuten.

Warum haben Menschen in unterschiedlichen Ländern, also in Nationalstaaten, überhaupt unterschiedliche Lebensstandards? Warum gibt es überhaupt Niedriglohn – und Hochlohnländer? Die einfache Antwort ist: Weil die geografischen Räume, die wir Länder oder Nationalstaaten nennen, [...]

Nichts schreibt sich von allein!

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