Screenshot aus dem Film "The Cleaners"

Verschwindet die Informationsfreiheit im Value Gap?

Die Lobby der Medienkonzerne hat einen großen Coup gelandet: durch das neue Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt sollen sie ein größeres Stück vom Google-Hupf abbekommen. Doch die Macht der digitalen Monopole wird dadurch weiter gestärkt.

Es ist eines der großen Paradoxa der heutigen Medienwelt: indem man aller Welt massenhaft kostenfrei Information zur Verfügung stellt, ist es möglich, riesige Gewinne zu machen – und sogar in den Club der wertvollsten Unternehmen aufzusteigen. Den Beweis dafür liefern Konzerne wie Google und Facebook.

Mit den diversen Versuchen, die Quelle jener Gewinne zu lokalisieren, verbinden sich meist auch Vorschläge, wie sie dorthin zurückzuführen wären. Während allen die mangelnde Schlüssigkeit gemeinsam ist [1], unterscheiden sie sich doch hinsichtlich der Durchsetzungsmacht, die hinter ihnen steht.

Blieben Forderungen aus der linken Kulturszene – wie die, endlich unsere ›Konsumentenarbeit‹ angemessen zu entlohnen – bisher chancenlos, so gelang es der Lobby der Medienkonzerne tatsächlich, einen großen Coup zu landen: der am 12. September vom Europäischen Parlament mit unwesentlichen Änderungen und gegen den Einspruch einer Reihe renommierter Informatiker und Netzexperten [2] angenommene Vorschlag für eine Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über das Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt [3] widerspiegelt weitgehend deren Intention, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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