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Rente | 05.10.2018

Bernd Raffelhüschen und das Menetekel als Geschäftsmodell

Der Ökonom Bernd Raffelhüschen diagnostiziert eine Nachhaltigkeitslücke im Rentensystem, die auf eine gigantische Verschuldung zulasten der nachwachsenden Generation hinauslaufe. Eine Replik.

Der Ökonom Bernd Raffelhüschen hat mit seinen Generationenbilanzen ein besonderes Geschäftsmodell als, nun ja, Wissenschaftler entwickelt. Seit fast zwanzig Jahren verkündet er quasi als Dauerschleife in Talkshows, Blogs und Studien seines u. a, von der Versicherungswirtschaft finanzierten Forschungszentrums für Generationenverträge (siehe hier), das Umlagesystem der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) laufe auf eine gigantische Schuldenlast der nachwachsenden Generation hinaus, wenn seine Leistungen nicht drastisch beschränkt und die private Alterssicherung ausgebaut würde.

Es war zu erwarten, dass er dieses Menetekel beim aktuellen Streit um die Festlegung einer dauerhaften Rentengrenze von 48 Prozent des Nettoverdienstes (siehe hier) aktivieren würde. Als „Botschafter“ der Initiative neue soziale Marktwirtschaft (ISNM) und Vorstand der Stiftung Marktwirtschaft dreht er mal wieder seine ausgeleierte Gebetsmühle (hier und hier).

Die demografische Entwicklung sorge für mehr Rentner und weniger Erwerbstätige zur Finanzierung der GRV. Bei einem Beitragssatz von 22 % entstehe eine langfristige „Nachhaltigkeitslücke“ von 50,5 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die von Finanzminister Scholz geforderte Fixierung des Rentenniveaus auf 48 % des Nettoverdienstes verdoppele diese Lücke bis 2050 auf 119 % des BIP mit Mehrkosten von 1,9 Billionen Euro. [...]

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