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Finanzsystem | 25.10.2018 (editiert am 29.10.2018)

Zur Utopie eines privaten Geldes

Welche Folgen hätte eine Abkehr vom staatlich geregelten Zahlungssystem? Anmerkungen zum Streitgespräch zwischen Heiner Flassbeck und Thorsten Polleit.

Thorsten Polleit ist nicht irgendwer. Polleit ist Chefökonom der Degussa Goldhandel sowie Präsident des einschlägigen Ludwig von Mises Instituts Deutschland. Und er führt einen Feldzug gegen das „Fiat-Geld“.

Damit trifft der libertäre Ökonom einen Nerv vieler Zeitgenossen. Das Geldsystem soll aus der Zwangsjacke des Staates befreit und den Bürgern eine von staatlicher Regulation unbehelligte Wahl privater Zahlungsmittel ermöglicht werden. Polleit, Mitgründer eines Investment-Fonds, bringt Gold, Silber und auf der Blockchain-Technologie beruhende Zahlungsmittel als Beispiele. Die Zentralbanken möchte er gleich ganz abschaffen – was gleichbedeutend mit der Abschaffung des staatlichen Geldes ist.

Auf der Plattform Mission Money der Zeitschrift Focus kam es unter dem Thema „So krank ist unser Finanzsystem wirklich“ zum Zwiegespräch zwischen Thorsten Polleit und Heiner Flassbeck. Der Schlagabtausch der beiden ungleichen Kontrahenten war insofern interessant, als sich typische Argumentationslinien identifizieren ließen, die exemplarisch verdeutlichen, wo marktradikale Argumentation leicht andockt.

Das Geldsystem – Spielwiese für Spinner?

Das Thema Geldsystem, mitverursacht durch inflationäre Fehlentwicklungen bis hin zum kompletten Schiffbruch in der jüngeren Geschichte, veranlasst schon seit langem viele Menschen zu absonderlichen, [...]

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