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Finanzsystem | 19.10.2018 (editiert am 25.10.2018)

So macht „Gelddrucken“ Spaß

Eine Zentralbank ist durch ihr Privileg zur Emission des gesetzlichen Zahlungsmittels zum Geldverdienen verdammt. Über die Seigniorage-Gewinne der Federal Reserve und die US-Bundesfinanzen.

Geld in Umlauf zu bringen ist gewöhnlich profitabel. Geschäftsbanken und die Zentralbank teilen sich das verlockende Geschäft, und der Staat hat jeweils daran Anteil. Aus der Geschäftstätigkeit und den Gewinnen der Banken erzielt er mittelbar Steuereinnahmen, die teilweise aus ihrer Geldemission herrühren. Und als gewöhnlich alleiniger oder dominanter Eigentümer der Zentralbank gebührt ihm das Gro etwaiger „Seigniorage“-Gewinne der Zentralbank.

Zentralbanken erzielen fast zwangsläufig Gewinne. Die Erträge auf ihre per Geldemission erworbenen Aktiva in ihrer Bilanz übertreffen unter normalen Umständen etwaige Zinszahlungen auf ihre monetären Verbindlichkeiten deutlich. Der gewöhnlich größte Posten unter ihren monetären Verbindlichkeiten, der Bargeldumlauf, der gar keine echte „Verbindlichkeit“ ist, bringt überhaupt keine Zinslasten mit sich. Der andere Standardposten unter den monetären Verbindlichkeiten der Zentralbank, die sogenannten „Bankreserven“, Depositen der Geschäftsbanken bei der Zentralbank, war bis 2008 an quantitativer Bedeutung immer weiter geschrumpft. Und auch er trug gewöhnlich keine oder nur niedrige Zinslasten.

So macht „Gelddrucken“ Spaß. Eine Zentralbank ist schlicht gesagt durch das ihr vom Staat übertragene Privileg zur Emission des gesetzlichen Zahlungsmittels zum Geldverdienen verdammt. Aus ihren im Konjunktur- und Zinszyklus schwankenden Nettozinserträgen deckt sie zunächst ihre Betriebskosten ab, [...]

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