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Jahresgutachten zur Gesundheitspolitik | 14.11.2018 (editiert am 23.11.2018)

Beschränkter Sachverstand

In seinem neuen Jahresgutachten gibt der Sachverständigenrat Ratschläge zur Gesundheitspolitik. Doch nicht nur im Gesundheitswesen finden sich Schwachstellen, sondern auch in den Rezepten zu deren Behebung.

Seit über 30 Jahren äußert sich der Wirtschafts-Sachverständigenrat (SVR-W) regelmäßig zur Entwicklung des Gesundheitswesens. Bereits im Gutachten 1985/86 stellte er fest, dass das Gesundheitswesen ein Wirtschaftszweig mit großem Wachstumspotenzial ist. Damit beginnt er auch im aktuellen Gutachten seine Ausführungen zur Gesundheitspolitik.

Er zeigt, dass der BIP-Anteil der Gesundheitsausgaben kontinuierlich wächst und auch die öffentlichen Gesundheitsausgaben zwischen 1993 und 2017 stärker gestiegen sind als die Staatsausgaben insgesamt (um 130 Prozent gegenüber 70 Prozent). Das Gesundheitswesen sei eine Jobmaschine mit Zuwachs, die Zahl der beschäftigten Personen zwischen 2000 und 2016 von 2,5 auf 3,3 Millionen gestiegen. Zwar verwechselt der SVR-W hier die Zahl der rechnerischen Vollzeitstellen mit der Zahl der Erwerbstätigen, die nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bei 5,3 Millionen liegt. Aber im Prinzip stimmt diese Bewertung der wirtschaftlichen Entwicklung des Gesundheitswesens.

Der SVR-W führt das Wachstum des Gesundheitswesens auf den medizinisch-technischen Fortschritt und die demografische Entwicklung zurück. Außerdem sorgten Wettbewerbsbeschränkungen im System der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für Fehlallokationen. Dem stünden die sinkende Erwerbsbevölkerung beziehungsweise die wachsende Zahl von Rentnerinnen und Rentner gegenüber, [...]

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