Bild: istock.com/G0d4ather
Konjunktur | 08.11.2018

Die deutsche und europäische Konjunktur im Frühherbst 2018 – 1

Wie schon im Vormonat erwartet, droht Deutschland und Europa ein deutlicher konjunktureller Rückschlag. Das bestätigen nun die Daten für Oktober. Die Wirtschaftspolitik muss reagieren.

Die Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe Deutschlands sind im September zwar ganz leicht gestiegen, das ändert aber nichts daran, dass die Grundtendenz weiter schwach ist (Abbildung 1). Da es in dem Monat einen massiven Anstieg der Nachfrage aus dem Inland beim Maschinenbau gegeben hat und die Gesamtaufträge ohne Großaufträge (hier nicht gezeigt) doch recht deutlich gefallen sind, muss man davon ausgehen, dass es Großaufträge im Bereich Maschinenbau waren, die für den Anstieg im Inland verantwortlich zeichnen, deren Wirkung jedoch nicht von Dauer sein dürfte.

Abbildung 1

Aus dem Ausland kamen insgesamt etwas weniger Aufträge im September, aber das Niveau ist doch immer noch recht hoch (Abbildung 2).

Abbildung 2

Unterscheidet man nach Eurozone und Rest der Welt (Abbildung 3), zeigt sich, dass die Nachfrage aus der Eurozone im September leicht gestiegen ist. Hier ist das aber nur eine kleine Zacke nach oben bei einem insgesamt abwärts gerichteten Trend. Schwerer einzuschätzen ist der Rest der Welt, der große Schwankungen aufweist und zuletzt weniger stark rückläufig war als die Nachfrage aus Europa.

Abbildung 3

Das Klima im verarbeitenden Gewerbe, wie es vom ifo-Institut gemessen wird, hat sich im Oktober erheblich eingetrübt und lässt vermuten, dass es auch bei den Auftragseingängen im Oktober wieder einen unter Umständen erheblichen Rückschlag geben wird (Abbildung 4).

Abbildung 4

Bei den Branchen ist die starke Zunahme im Maschinenbau auffällig, die wir oben schon mit Großaufträgen in Verbindung gebracht haben (Abbildung 5). Kräftig abwärts geht es weiterhin bei der Kfz-Industrie, die inzwischen auf das Niveau von 2015/2016 zurückgefallen ist.

Abbildung 5

Die Produktion im verarbeitenden Gewerbe ist im September weitgehend konstant geblieben (Abbildung 6). Sie verläuft auch in den meisten Branchen derzeit sehr unspektakulär und flach. Nur im Automobilbau zeigt auch die Produktion unter großen Schwankungen nach unten. Die Bauwirtschaft hat im Oktober einen kräftigen Zuwachs verzeichnet, der sie doch auf dem hohen Niveau hält, das sie im Frühjahr erreicht hatte. Ob dabei der sehr milde Herbst eine Rolle spielt, ist derzeit noch nicht zu beurteilen.

Abbildung 6

Lesen Sie im zweiten Teil, wie sich im September die Produktion in der Industrie europaweit entwickelt hat.

Anmelden