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Finanzsystem | 28.11.2018 (editiert am 01.12.2018)

Die Macht der Sparer – oder warum Banken Zinsen zahlen

Die meisten verfügbaren Erklärungen zur Gelderzeugung und ihren Folgen für die Geschäftsbanken beleuchten die Rolle der Sparer zu wenig. Das Ergebnis ist eine unvollständige Erklärung, die – gerade in der Debatte um „Fiatgeld“ – den größten Teil der Kosten bei der Gelderzeugung unterschlägt.

Wahrscheinlich wird das Sparen[1] in den meisten neueren Erklärungen zur Geldschöpfung deshalb vernachlässigt, weil man sich von der Vorstellung der Banken als Finanzintermediäre so weit wie möglich distanzieren möchte. Allerdings wird das Einlagegeschäft in erheblichem Umfang von Banken und deren Kunden betrieben. Insbesondere dieser Umfang wird nicht ausreichend motiviert. Eine genaue Betrachtung der Sachverhalte beantwortet einen Teil der aufgeworfenen Fragen.

Unstrittig erscheinen diese Folgekosten beziehungsweise zu zahlenden Zinsen der reinen Gelderzeugung (nicht der Kreditvergabe) für Banken:

  1. Für das von ihnen geschöpfte Geld muss 1 Prozent Mindestreserve bei der Zentralbank vorgehalten werden. Es ergeben sich jedoch kaum Kosten, da die Zentralbank meist Zinsen auf diese Reserveguthaben bezahlt.[2]
  2. Es entstehen ihnen Kosten bei der technischen Abwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs und in der Verwaltung, zum Beispiel für Rechenzentren, Geldautomaten, Personal oder Überwachung von Verordnungen und Sicherheitsstandards. Angesichts der Menge des damit verwalteten Geldes sind dies ebenfalls kleine Kosten.
  3. [...]

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