istock/Simon Montezuma
Aufgelesen | 16.11.2018 (editiert am 22.11.2018)

Die Revolte der Eliten

Lange bevor sich Bürgerinnen und Bürger in schnell wachsender Zahl neonational gegen die Eliten in ihren Ländern stellten, revoltierten die Eliten des Westens gegen die Bürger.


Vorwort der Redaktion:

Hans-Peter Martin, Mitautor des Bestsellers „Die Globalisierungsfalle“, hat mit „Game Over“ ein Buch nachgereicht, das den Finger fest in die Wunde der liberalen Gesellschaft drückt. Schon deswegen ist es kaum weniger wichtig als damals das vielleicht „wichtigste Buch des Jahres“ (Süddeutsche Zeitung). Was Martin in packender und lebendiger Sprache beschreibt, tangiert nicht zuletzt die selten beleuchtete Wechselseitigkeit von politischem und ökonomischem Liberalismus. Der Untertitel ist Programm: „Wohlstand für wenige, Demokratie für Niemand, Nationalismus für alle“ sind die Konsequenzen eines politischen Systems, das im politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Outsourcing seinen letzten ideellen Zweck erkennt und den Staat zunehmend auf Nachtwächterfunktionen beschränkt.

„Die liberale Demokratie hat versagt“ – deutlicher als Martin kann man es nicht schreiben. Eine von den Leitmedien meist verdrängte Gegenwartsdiagnostik, die umso mehr regelmäßiger thematischer Schwerpunkt von MAKROSKOP ist. Auch und gerade darum ist „Game Over“ und der folgende Buchauszug eine Leseempfehlung der Redaktion.   


Lange bevor sich Bürgerinnen und Bürger in schnell wachsender Zahl neonational gegen die Eliten in ihren Ländern stellten, [...]

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